Mietkaution
Julian
2022-05-11 08:33 • 5 Minuten Lesezeit

Kein Geld für die Mietkaution? Diese Alternativen gibt es

Bei einem Umzug kann es schon mal zu einem finanziellen Engpass kommen. Es gibt jedoch günstige Möglichkeiten, eine Mietkaution zu stellen.

Du möchtest dringend umziehen, hast aber kein Geld für die Mietkaution? So ergeht es vielen Menschen, denn sie haben keine Rücklagen, um eine Kaution beim neuen Vermieter zu hinterlegen. Wer umzieht, benötigt das Geld meist für Möbel, Renovierung oder zur Ablösung der eingebauten Küche. Im Mietrecht existieren keine gesetzlichen Vorgaben dazu, dennoch erfüllt die Mietkaution einen wichtigen Zweck.

Was ist eine Mietkaution?

Heutzutage lässt sich kaum noch eine Wohnung ohne Mietkaution anmieten. In der Regel musst Du die Mietkaution zu Beginn des Mietverhältnisses beim Vermieter hinterlegen, da sie den Vermieter gegen Mietschäden absichern soll. Zu den Mietschäden gehören:
  • Mietschulden
  • nicht bezahlte Betriebskosten
  • vom Mieter verursachte Schäden in der Wohnung
  • Nachzahlungen aus der Betriebskostenabrechnung, zum Ende des Mietverhältnisses
Der Vermieter kann die Mietkaution einbehalten, wenn noch nicht alle Forderungen aus dem Mietverhältnis beglichen sind. Er darf allerdings nicht alles einbehalten, sondern nur einen rechtlich geregelten Anteil.

Vermieter möchten sich gegen finanzielle Schäden absichern

Aus Sicht des Vermieters ist dies verständlich, denn er möchte seine Immobilie vor Eventualschäden absichern. Für ihn kann ein Mietausfall fatale finanzielle Folgen haben, da viele Vermieter ihre Immobilie zur Altersvorsorge nutzen. Kommt der Mieter seinen Verpflichtungen nicht nach, so kann der Vermieter die daraus entstandenen Kosten bezahlen und muss nicht in die eigene Tasche greifen. Entstehen keine ungedeckten Kosten, bekommst Du Deine Mietkaution in voller Höhe und mit Zinsen zurück. Vorwiegend fallen bis zu drei Nettokaltmieten als Sicherheit an. Kann ein potenzieller Mieter das Geld dafür nicht aufbringen, bekommt der Wohnungsvermieter häufig Zweifel an der Bonität des Interessenten. Er weiß, dass es schwer ist, säumige Mieter per Räumungsklage und Zwangsräumung aus der Wohnung zu bekommen. Daher dient ihm die Mietkaution auch als erste Prüfung des Mieters. Was ist zu tun, wenn das Geld für die Mietkaution nicht ausreicht?

Ein privater Bürge springt ein

Der Vermieter nimmt bei Ausfall des Mieters einen privaten Bürgen in Anspruch. Aus persönlicher Sicht ist dies jedoch problematisch, da Freunde, Bekannte oder die Familie in eventuelle Geldstreitigkeiten hinein gezogen werden. Dann zerbricht nicht nur das gute Verhältnis zum Vermieter, sondern es gehen auch Freundschaften kaputt. Eine private Bürgschaft trägt nicht unbedingt dazu bei, die Zweifel des Vermieters auszuräumen.

Welche Arten von Mietkaution gibt es noch?

Es gibt Alternativen, zur klassischen Zahlung, denn Mietern stehen mehrere Möglichkeiten offen, eine Mietkaution zu stellen. Die üblichen Modelle sind:
  • Sparbuch
  • Treuhandkonto
  • Bankbürgschaft Mietkaution
  • Mietkautionsversicherung
  • Mietkautionsdepot
Dabei muss das Geld grundsätzlich getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt sein, eventuelle Zinsgewinne stehen dem Mieter zu. Die Mietkaution Zinsen orientieren sich am marktüblichen Zinsniveau eines Sparkontos mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Dies ergibt sich aus dem Paragrafen § 551 Bürgerliches Gesetzbuch. Der Vermieter ist verpflichtet, die Kaution anzulegen und darf diese beispielsweise nicht in einem Tresor verwahren, denn dann würde er sich strafbar machen. Das gilt auch bei fehlerhafter Anlage des Geldes.

Mietkaution über Privatkredit

Hast Du nicht genügend Geld in der Hinterhand, kannst Du bei Deiner Bank einen Kredit aufnehmen, um die Kaution in voller Höhe zu leisten. Laufzeit und Rückzahlungsrate können flexibel mit der Bank abgesprochen werden. Mit einer Haushaltsrechnung prüft die Bank Deine finanzielle Situation. Hier ist etwas bürokratischer Aufwand nötig, da die Bank eine stabile Finanzsituation verlangt. Dies sind unter anderem Deine Gehaltsnachweise oder weitere Sicherheiten.

Sparbuch, keine Alternative, aber weitverbreitet

Das Sparbuch ist keine echte Alternative für die Übergabe der Zahlung, jedoch eine weitverbreitete Praxis, die sich schnell sowie unkompliziert einrichten lässt. Sind Rücklagen da, so können diese auf dem Sparbuch angelegt werden. Dieses übergibst Du Deinem Vermieter mit dem Vermerk „Mietkaution“. Das Geld ist dann an den Vermieter verpfändet. Bei Auszug erhältst Du das Buch vom Vermieter zurück. Dies ist eine gängige Praxis, auf die auch Banken eingestellt sind.

Das Treuhandkonto

Ein Treuhandkonto ist ein Konto, welches auf fremde Rechnung geführt und treuhänderisch verwaltet wird. Auch dieses Konto ist mit einem Sperrvermerk versehen und wird vom Vermieter verwaltet. Der Mieter darf einen Nachweis über die Verwahrung der Mietkaution verlangen. Zudem muss es sich um ein insolvenzfestes Konto handeln. Nach § 551 BGB ist der Mieter berechtigt, den Betrag in drei gleiche monatliche Teilzahlungen zu hinterlegen. Wobei die erste Teilzahlung zu Beginn des Mietverhältnisses fällig ist.

Die Bankbürgschaft Mietkaution

Hier hinterlegt der Mieter eine Urkunde anstelle von Bargeld. Es ist die einzige bargeldlose Form der Mietsicherheit. Dabei tritt die Bank als Bürge gegenüber dem Vermieter auf. Die Zahlung der Kaution entfällt und Du kannst Deine Ersparnisse stattdessen für benötigte Anschaffungen verwenden. Dafür zahlst Du eine monatliche Gebühr an die Bank, welche sich nach der Höhe der Mietkaution richtet.

Das gleiche Prinzip: Die Mietkautionsversicherung

Bei der Mietkautionsversicherung bürgt statt einer Bank die Versicherung. Eine Einrichtung ist in der Regel etwas leichter, denn bei der Bank musst Du meist ein Girokonto unterhalten. Einige Banken verlangen dafür hohe Gebühren. Dies jedoch musst Du im Einzelfall klären, in dem Du die Konditionen der Banken und Versicherungen unter die Lupe nimmst.

Moneyfix Mietkaution als unkomplizierte Alternative zu Bargeld und Sparbuch

Ein interessantes Angebot bietet die Deutsche Kautionskasse, mit der Moneyfix Mietkaution, bei der Du weder Bargeld noch Sparbuch hinterlegen musst. Hier ist es sogar möglich, die Kautionsurkunde online zu beantragen. Auf der Webseite findest Du einen Rechner, mit dem Du den erforderlichen Beitrag für Dich ausrechnen kannst. Dabei lässt sich auch eine bereits gezahlte Mietkaution zurückholen und mit der Moneyfix Bürgschaft ersetzen. In der Regel erfolgt die Prüfung innerhalb von 24 Stunden. Erhält der Vermieter die Urkunde, kann er die Rücküberweisung der bereits bezahlten Mietkaution veranlassen. Dies ist eine echte Möglichkeit, Geld für andere Anschaffungen freizubekommen.

Mietkautionsdepot als Alternative zur klassischen Anlageform

Auf einem herkömmlichen Konto verliert das zurückgelegte Geld immer mehr an Wert, da das Guthaben durch Inflation und Negativzinsen entwertet wird. Deshalb benötigen Mieter eine Alternative, da sie die Kaution für eine längere Zeit anlegen müssen. Mit dem Mietkautionsdepot kann das Geld in Form von Fondsanteilen hinterlegt werden.

Fonds lohnen sich nur bei langer Anlagezeit

Durch die lange Anlagezeit eignen sich auch Investmentfonds für eine Mietkaution, denn diese lassen sich meistens zu geringen Kosten abschließen und bieten gute Renditechance. Allerdings sollten Fonds breit gestreut sein, damit sie ein geringes Verlustrisiko aufweisen. Diese Art der Anlage solltest Du mit Deinem Vermieter besprechen, um dessen Einverständnis einzuholen. Hier ist eine gewisse Affinität zu Wertpapieren auf beiden Seiten ratsam. Ist der Vermieter einverstanden, so kann der Mieter ein Fondsdepot auf seinen Namen eröffnen. Danach wird das Depot an den Vermieter verpfändet.

Auf die Kosten achten

Allerdings fallen Kosten an, die Du beachten solltest, denn einige Anbieter verlangen für das Eröffnen eines Depots Depotgebühren. Dazu kommen Transaktionskosten, für den Kauf und späteren Verkauf des Fonds. Wichtig sind die Verwaltungsgebühren, die sich am Einlagevermögen orientieren. Diese sollten also nicht zu hoch ausfallen. Bei der Verpfändung kommen weitere Gebühren hinzu. Ein guter Anhaltspunkt ist die TER (Total Expense Ratio), dies ist die Gesamtkostenquote, die die anfallenden Kosten eines Geschäftsjahres ins Verhältnis zum gesamten Fondsvolumen setzen. Zu klären ist, ob es sich um einen ausschüttenden Fonds handelt, oder die erwirtschafteten Erträge wieder angelegt werden. Schüttet der Fonds aus, kann dies für die regelmäßig anfallenden Kosten verwendet werden. Dann müssen die Gebühren von einem separaten Konto abgehen, da der Fonds seine Erträge wieder reinvestiert.

Nicht für jedes Mietverhältnis geeignet

Die hinterlegte Kautionssumme sollte eine gewisse Höhe haben, denn wenn Kosten die Erträge auffressen, solltest Du eine andere Anlageform wählen. Die Anlage in Fonds eignet sich daher nicht für jedes Mietverhältnis.

Finanzielle Belastung in Grenzen halten

Bei einem Umzug kann es schon mal zu einem finanziellen Engpass kommen. Es gibt jedoch genügend Möglichkeiten, die Kaution trotzdem zu stellen. Der einfachste Weg ist die Bankbürgschaft respektive die Mietkautionsversicherung, denn hier wird der Mieter finanziell nicht so stark belastet.

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